Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit: Tabelle und eigene Versorgungslücke

Versorgungslücke berechnen: die richtige Reihenfolge
Beginnen Sie mit dem Haushalt, den Sie nach einer Entlassung, im DU-Ruhestand oder bei begrenzter Dienstfähigkeit finanzieren müssen. Weiterlaufende Kredite, Miete, Lebenshaltung und Gesundheitskosten entwickeln sich nicht zwingend wie das Einkommen. Das bisherige Netto ist daher kein ausreichender Ersatz für den künftigen Bedarf. Die Einkommensdifferenz vergleicht früheres und späteres Einkommen; die Haushaltslücke vergleicht künftige Ausgaben mit künftigen Einnahmen.
| Schritt | Benötigte Angaben | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Anspruch klären | Status, Dienstherr, Ursache und tatsächliche Entscheidung | Versorgung, Entlassungsfolgen oder aktive Bezüge als richtigen Pfad feststellen. |
| 2. Zeitraum bestimmen | Derselbe Monat oder dieselbe künftige Phase | Aktivbezüge und späteres Ruhestandsbudget nicht vermischen. |
| 3. Bedarf erfassen | Ausgaben im angenommenen DU-Szenario | Im Hauptmodell noch zu zahlende KV/PV einschließen. |
| 4. Einnahmen bestätigen | Versorgung nach Steuern, vor KV/PV; weitere gesicherte Zuflüsse auf derselben Basis | Anrechnungen und bestehende private Zahlung genau einmal berücksichtigen. |
| 5. Restlücke rechnen | Bedarf plus wirklich zusätzliche Reserve minus verfügbare Einnahmen | Mindestens null; Rentenbedarf und Vertragsannahme danach gesondert prüfen. |
Die Arbeitsformel lautet: Haushaltslücke = höchstens ungedeckter Bedarf, mindestens null, also der größere Wert aus null und Haushaltsbedarf plus zusätzlicher Reserve abzüglich bestätigter Versorgung und weiterer bestätigter Einnahmen. Im Hauptmodell gehört die noch zu zahlende Kranken- und Pflegeversicherung in den Bedarf. Sie darf dann nicht vorher erneut vom eingegebenen Einkommen abgezogen sein. Eine Reserve erhöht den Bedarf nur, wenn sie noch nicht in den Ausgaben steckt.
Notieren Sie zu jeder Zahl Datum, Zeitraum und Grundlage. Eine bloß vermutete Pension wird durch die Eingabe in einen Rechner nicht bestätigt. Für einen offenen Anspruch können Sie ein ausdrücklich vorläufiges Szenario anlegen; das persönliche Ergebnis bleibt bis zur Klärung offen. Eine bestätigte Null ist dagegen ein gültiger Betrag.
Beamtenstatus und Ursache entscheiden vor jeder Eurozahl
Eine gesundheitliche Einschränkung führt nicht bei jedem Beamten unmittelbar zu einer Pension. Der mögliche Weg hängt von Status und Ursache ab. Auch die dienstrechtliche Entscheidung und das Entstehen eines Versorgungsanspruchs sind verschiedene Prüfungen. Die folgende Einordnung beschreibt den Bund. Für Landes- und Kommunalbeamte müssen die einschlägigen Status- und Landesvorschriften hinzukommen.
| Status | Mögliche Rechtsfolge | Für die Rechnung klären |
|---|---|---|
| Auf Widerruf | Entlassung nach § 37 BBG möglich; kein daraus automatisch folgender Ruhegehaltsanspruch | Konkrete Ausscheidensentscheidung, Nachversicherung und sonstige Ansprüche; ungeklärt ist nicht null. |
| Auf Probe | § 49 BBG unterscheidet dienstbedingten Mussruhestand und möglichen Ruhestand bei anderen DU-Ursachen. | Behördliche Entscheidung und zusätzliche Voraussetzungen des Versorgungsrechts feststellen. |
| Auf Lebenszeit | Bei dauernder DU ist der Ruhestand zu prüfen; anderweitige Verwendung und begrenzte Dienstfähigkeit gehen gegebenenfalls vor. | Wartezeit, anerkannte Zeiten, Bezügebasis, Zurechnung, Abschlag, Mindestversorgung und Anrechnungen prüfen. |
Bei Beamten auf Probe ist deshalb weder „immer Pension“ noch „generell keine Versorgung“ richtig. § 49 Absatz 1 BBG erfasst eine ohne grobes Verschulden bei Ausübung oder aus Veranlassung des Dienstes erlittene gesundheitliche Schädigung. Bei anderen Ursachen enthält Absatz 2 einen Kannweg. Der gesetzliche Landesrahmen unterscheidet ebenfalls nach der Ursache. Im Vorbereitungsdienst vertieft der DU-Schutz für Beamtenanwärter die Folgen einer möglichen Entlassung und die benötigte private Vertragsprüfung.
Fünfjährige Wartezeit und quotierte Dienstjahre trennen
§ 4 BeamtVG verlangt für ein Bundesruhegehalt grundsätzlich mindestens fünf Jahre berücksichtigungsfähige Dienstzeit. Sie wird ab der ersten Berufung in das Beamtenverhältnis nach den dort genannten Regeln gezählt. Die Vorschrift nimmt für diese Wartezeit die anteilige Teilzeit- und begrenzte-Dienstfähigkeitsrechnung aus § 6 Absatz 1 Sätzen 3 und 4 ausdrücklich aus. Wartezeit und die später für die Höhe angesetzte Dienstzeit sind somit unterschiedliche Rechenaufgaben.
Zugleich enthält § 4 eine dienstbedingte Ausnahme von der Wartezeit. Erfasst ist die dort bezeichnete Krankheit, Verwundung oder sonstige Beschädigung ohne grobes Verschulden bei Ausübung oder aus Veranlassung des Dienstes. Ein förmlich anerkannter Dienstunfall ist nicht die einzige Formulierung dieses Tatbestands. Deshalb ist „unter fünf Jahren immer null Euro“ zu pauschal.
Nach § 4 Absatz 2 entsteht der Ruhegehaltsanspruch grundsätzlich mit Beginn des Ruhestands; für die ausdrücklich bezeichneten Fälle gilt eine besondere zeitliche Regel. Ein ärztliches Gutachten allein ist noch kein Ruhestandsbeginn. Lassen Sie Ursache, maßgebliche Verfügung und zuständige Versorgungsstelle feststellen. Bei Entlassung kann eine Nachversicherung nach § 8 SGB VI in Betracht kommen. Sie garantiert keine sofortige Erwerbsminderungsrente, deren eigene Voraussetzungen in § 43 SGB VI stehen.
Andere Verwendung und begrenzte Dienstfähigkeit bleiben aktive Fälle
Beim Bund steht einer Ruhestandsversetzung wegen DU nach § 44 BBG eine mögliche anderweitige Verwendung entgegen. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kommen ein anderes Amt oder eine zumutbare andere Tätigkeit in Betracht. Wer im übertragenen Amt noch mindestens die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit Dienst leisten kann, fällt unter die Prüfung begrenzter Dienstfähigkeit nach § 45 BBG. Auch dort bleiben die bezeichneten Verwendungsalternativen zu beachten.
Bei begrenzter Dienstfähigkeit bleiben Sie aktiv beschäftigt und erhalten Bezüge nach dem anwendbaren Besoldungsrecht. Rechnen Sie dafür einen eigenen Monat mit diesen Bezügen und den passenden Ausgaben. Setzen Sie nicht vorsorglich eine Pension aus der folgenden Tabelle ein. Die Einordnung zu begrenzter Dienstfähigkeit und Bezügen ist hierfür der passende nächste Rechenweg.
Ein Einkommensrückgang bestätigt zugleich noch keine private Teilrente. Dafür muss eine entsprechende Teil-DU-Regel vereinbart und erfüllt sein. Daneben kann ein eigener BU-Leistungsweg zu prüfen sein. Öffentliche Arbeitszeitverkürzung, private Versicherungsdefinition und verfügbare Haushaltszahlung werden deshalb auf drei getrennten Zeilen festgehalten.
Welche Bezüge bilden die Bundes-Berechnungsbasis?
Die Bezügebasis nach § 5 BeamtVG ist nicht einfach Ihr letztes Netto oder die Summe sämtlicher Positionen der Bezügemitteilung. Dazu gehören insbesondere Grundgehalt, Familienzuschlag Stufe 1 und weitere gesetzlich als ruhegehaltfähig bezeichnete Bezüge. Auch Leistungsbezüge haben eigene Voraussetzungen. Nicht jede Zulage ist automatisch ruhegehaltfähig.
Für bestimmte Ämter gilt eine Zweijahresfrist. Wird sie nicht erfüllt, kann die Basis auf das zuvor bekleidete Amt zurückgehen; die Vorschrift enthält Ausnahmen, insbesondere für die bezeichnete dienstbedingte Schädigung. Gemeint ist kein pauschaler Durchschnitt der letzten 24 Monatsgehälter. Ebenso darf nicht für jeden DU-Fall automatisch die Endstufe einer Besoldungsgruppe eingesetzt werden. Für den Dienstunfallweg bestehen gesonderte Regeln.
Der Bundesfaktor 0,9901 gehört bereits zur Bestimmung dieser Bezügebasis. Sind die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge abschließend festgestellt, wird er bei der anschließenden Multiplikation mit dem Ruhegehaltssatz nicht noch einmal angewendet. Eine doppelte Reduzierung wäre ein anderer Rechenweg als die hier erklärte Systematik.
Bei Teilzeit oder Beurlaubung ohne Dienstbezüge gelten nach § 5 Absatz 1 die dem letzten Amt entsprechenden vollen ruhegehaltfähigen Bezüge als Basis. Die zeitanteilige Berücksichtigung der Dienstzeit folgt gesondert aus § 6. Die gekürzte laufende Teilzeitbesoldung als Basis einzusetzen und zusätzlich die Zeit zu quotieren, würde beide Größen vermischen. Lassen Sie sich volle Bezügebasis und anerkannte Dienstzeit getrennt ausweisen.
Dienstzeiten, Vordienstzeiten und Freistellungen anerkennen lassen
Kalenderjahre seit Arbeitsbeginn sind nicht automatisch ruhegehaltfähige Jahre. § 6 BeamtVG beschreibt die regelmäßige Beamtendienstzeit und Ausnahmen. Teilzeit zählt für die Höhe grundsätzlich nach dem Verhältnis zur regelmäßigen Arbeitszeit. Für Altersteilzeit enthält die Norm eine besondere Neun-Zehntel-Regel bezogen auf die zugrunde liegende Arbeitszeit. Bei begrenzter Dienstfähigkeit gelten die Zeitquote und die gesetzliche Untergrenze mit Verweis auf § 13.
Beurlaubung ohne Dienstbezüge zählt nicht ohne Weiteres vollständig. Eine mögliche Berücksichtigung kann an anerkannte dienstliche Interessen oder öffentliche Belange und weitere Voraussetzungen gebunden sein. Auch Elternzeit wird nicht allein durch ihren Namen zu voller ruhegehaltfähiger Dienstzeit. Daneben können Kindererziehungs- oder Pflegezuschläge zu prüfen sein. Halten Sie Anfang, Ende und Arbeitszeitquote jedes Abschnitts gesondert fest.
| Zeitart | Bundesrechtlicher Ansatz | Benötigter Nachweis |
|---|---|---|
| Beamtendienst und Teilzeit | § 6; Zeitquote, gesetzliche Ausschlüsse und besondere Untergrenzen beachten. | Ernennungen, Dienstverlauf, genaue Arbeitszeitabschnitte |
| Berufsmäßiger Wehrdienst oder vergleichbarer Vollzugsdienst | § 8 erfasst bezeichnete Zeiten vor der Berufung; Verweise und Ausnahmen gelten. | Vollständige Dienstzeitbescheinigung und Anerkennung |
| Privatrechtliches Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst | § 10 setzt unter anderem Ernennungsbezug und die dort geregelte Unterbrechungsfrage voraus; Teilzeit bleibt anteilig. | Arbeitgeber-, Tätigkeits- und Übergangsnachweise |
| Vorgeschriebene Ausbildung und praktische Tätigkeit | § 12 enthält Kannzeiten und Grenzen; kein allgemeiner Zuschlag für jede Ausbildung. | Vorschrift über die Laufbahnausbildung, Zeiten und Prüfungen |
| Wissenschaftliche, künstlerische oder förderliche Vortätigkeit | Gesonderte Anerkennung nach der einschlägigen Vorschrift und Laufbahn prüfen. | Art, Umfang, Bedeutung für das Amt und Anerkennungsbescheid |
| Beurlaubung, Erziehungszeiten und besondere Auslandsverwendung | Je eigener Tatbestand; weder pauschal volle Zeit noch automatische Addition aller Begünstigungen. | Zeiträume, Bescheide, Zuordnung und gegebenenfalls anerkannte Verwendung |
Für ein Studium nennt § 12 nicht ohne Weiteres die gesamte tatsächliche Studiendauer. Er enthält unter anderem Grenzen für Fachschul- und Hochschulausbildung sowie besondere Regeln für Vollzugs- und Feuerwehreinsatzdienst. Auch eine frühere Abfindung, Nachversicherung oder Zeit im Beitrittsgebiet kann eine getrennte Prüfung auslösen. Tragen Sie solche Abschnitte in die Unterlagenliste ein, ohne ihnen vor der Anerkennung einen pauschalen Jahreswert zu geben.
Ein Durchschnittsfaktor für Teilzeit kann für ein Werkzeug eine Eingabehilfe sein. Er muss aber zur verwendeten Berechnungsmethode und zum tatsächlichen Zeitraum passen. Fünf Jahre mit 50 Prozent und fünf Jahre mit voller Arbeitszeit sind anders zu dokumentieren als zehn Jahre durchgehende Vollzeit. Die zuständige Stelle benötigt dafür die tatsächlichen Abschnitte; ein frei geschätzter Durchschnitt ersetzt sie nicht.
Warum dieselbe Laufbahn mehrere Zeitwerte haben kann
Eine Laufbahnübersicht kann Kalenderdauer, für die Wartezeit maßgebliche Zeit und für die Höhe anerkannte Dienstzeit nebeneinander enthalten. Das ist nicht schon ein Widerspruch. Ein ausdrücklich vereinfachtes Beispiel: Zehn Kalenderjahre durchgehender hälftiger Teilzeit entsprächen für den gewöhnlichen quotierten Höherechnungsschritt zunächst fünf Vollzeitjahren, sofern keine besondere Regel hinzukommt. Für die Wartezeitprüfung nach § 4 ist gerade die dort angeordnete Nichtanwendung der genannten Teilzeitquote zu beachten. Zurechnung und weitere Anerkennungen wären nochmals getrennte Schritte.
Übernehmen Sie daher nicht die erste Jahreszahl aus einer Personalübersicht ungeprüft in die Ruhegehaltstabelle. Fragen Sie, ob der ausgewiesene Wert bereits Teilzeit, anerkannte Vordienstzeit und Zurechnung enthält. Eine Zurechnungszeit darf nicht sowohl in der bestätigten Gesamtdienstzeit stecken als auch anschließend noch einmal hinzuaddiert werden. Dasselbe gilt für Ausbildung oder frühere Beschäftigung. Der Bescheid sollte den Übergang vom tatsächlichen Verlauf zu den für jeden Rechenschritt verwendeten Zeiten erkennen lassen.
Zurechnungszeit: fehlende Zeit zählt nicht vollständig
Wird ein Bundesbeamter vor Vollendung des 60. Lebensjahres wegen DU in den Ruhestand versetzt, rechnet § 13 Absatz 1 grundsätzlich zwei Drittel der Zeit vom Ruhestandsbeginn bis zum Ablauf des Monats der Vollendung des 60. Lebensjahres hinzu. Zeit, die bereits nach anderen Vorschriften berücksichtigt wird, zählt dabei nicht noch einmal. Es werden somit weder sämtliche fehlenden Berufsjahre noch automatisch volle Jahre bis zur allgemeinen Altersgrenze ergänzt.
Ein ausdrücklich vereinfachtes Monatsmodell verdeutlicht die Grenze: Angenommen, der Ruhestand beginnt am 1. Mai 2026 und der 60. Geburtstag liegt im April 2036. Das betrachtete Kalenderfenster endet am 30. April 2036 und umfasst zehn Jahre beziehungsweise 120 Monate. Zwei Drittel dieses Monatsfensters entsprechen zur Veranschaulichung 80 Monaten, also sechs Jahren und acht Monaten. Liegt der 60. Geburtstag bei gleichem Ruhestandsbeginn stattdessen im April 2032, endet das Fenster am 30. April 2032: sechs Jahre beziehungsweise 72 Monate. Zwei Drittel entsprechen im Monatsmodell 48 Monaten oder vier Jahren. Im ersten Beispiel werden somit 80 statt 120 Monate dargestellt; die volle fehlende Zeit wird gerade nicht hinzugerechnet.
Diese Monatsschemata sind keine amtliche taggenaue Feststellung. Die Gesamtdienstzeit und ihre Rundung richten sich nach den gesetzlichen Berechnungsregeln und dem konkreten Bescheid. Bereits anerkannte Überschneidungen sind herauszunehmen. Bei erneuter Berufung nach früherem DU-Ruhestand enthält § 13 eine eigene Regel zur zuvor angesetzten Zurechnungszeit. Besondere gesundheitsschädigende oder gesetzlich bezeichnete Auslandsverwendungen können ebenfalls gesondert berücksichtigt werden; bei Zusammentreffen greift die dort geregelte Günstigerprüfung, keine beliebige Addition.
Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit: die vollständige Bundes-Tabelle
Nach § 14 Absatz 1 BeamtVG steigt der Ruhegehaltssatz für jedes ruhegehaltfähige Jahr um 1,79375 Prozent bis höchstens 71,75 Prozent. Unvollständige Jahre werden mit 365 Tagen als Dezimalzahl berechnet und kaufmännisch auf zwei Stellen gerundet; auch der Ruhegehaltssatz wird auf zwei Stellen gerundet. Setzen Sie hier die anerkannten Gesamtzeiten einschließlich einer anwendbaren Zurechnung ein.
| Ruhegehaltfähige Dienstjahre insgesamt | Rechnerischer Ruhegehaltssatz |
|---|---|
| 10 | 17,94 % |
| 15 | 26,91 % |
| 20 | 35,88 % |
| 25 | 44,84 % |
| 30 | 53,81 % |
| 35 | 62,78 % |
| 40 | 71,75 % |
Gerade ein niedriger Tabellenwert beweist nicht, dass genau dieser Prozentsatz ausgezahlt wird. Anspruch, Zurechnung, Mindestversorgung, Abschlag und individuelle Anrechnungen bleiben gesondert zu prüfen. Die gleichen Satzwerte in einem anderen Rechtskreis würden außerdem noch keine identische Bezügebasis oder Mindestversorgung bedeuten. Vermischen Sie deshalb keine Bundesfaktoren mit Faktoren eines älteren Landesmerkblatts.
Vom Satz zum Brutto: das erhaltene 4.000-Euro-Modell
Rechenmodell, keine individuelle Versorgung: Angenommen werden genau 30 bereits anerkannte Gesamtjahre einschließlich Zurechnung und eine bereits nach § 5 normierte Bezügebasis von 4.000 Euro. Der gerundete Satz beträgt 53,81 Prozent. Daraus folgen 4.000 × 53,81 Prozent = 2.152,40 Euro als erster Bruttoschritt. Die Basis wird nicht erneut mit 0,9901 multipliziert.
Bei einem ausschließlich für dieses Beispiel angenommenen Abschlag von 10,8 Prozent ergibt 2.152,40 × 0,892 gerundet 1.919,94 Euro brutto. Ob dieser Abschlag tatsächlich gilt und wie Mindestversorgung oder Anrechnungen wirken, ist damit noch nicht festgestellt. Das Modell ist weder einer Besoldungsgruppe noch einem Kunden zugeordnet und enthält noch keine Steuer- oder KV/PV-Rechnung.

DU-Abschlag und Mindestversorgung richtig einordnen
Für nicht auf einem Dienstunfall beruhende DU beschreibt § 14 Absatz 3 Nummer 3 BeamtVG grundsätzlich eine Minderung um 3,6 Prozent je Jahr vor Ablauf des Monats der Vollendung des 65. Lebensjahres. Für diesen Tatbestand gilt höchstens 10,8 Prozent. Liegt die gesetzliche Altersgrenze früher, kann sie an diese Stelle treten. Die ebenfalls im Gesetz vorkommenden 14,4 Prozent betreffen einen anderen Ruhestandstatbestand und sind kein allgemeiner DU-Höchstabschlag.
Eine Ausnahme ist bei einem Beginn ab 63 und mindestens 40 Jahren der dort ausdrücklich bezeichneten Zeiten zu prüfen. Dazu gehören nicht beliebige Beschäftigungsjahre; Überschneidungen zählen einmal. Pauschale Regeln wie „immer bis 67“ oder „bei Polizei stets bis 62“ bilden diese Bundesnorm nicht richtig ab. Lassen Sie Alter, Stichtag und die für eine Ausnahme anerkannten Zeiten ausweisen.
Der Abschlag vermindert den berechneten Betrag. Er ersetzt nicht den jährlichen Steigerungswert von 1,79375 Prozent durch einen frei gewählten kleineren Satz. Das vorstehende Beispiel zeigt den Unterschied: erst 53,81 Prozent aus den Jahren, danach der angenommene Abschlag auf 2.152,40 Euro. So bleiben Berechnungsschritte und mögliche Fehler nachvollziehbar.
Keine allgemeine feste Euro-Untergrenze
Die amtsabhängige Bundes-Mindestversorgung beträgt nach § 14 Absatz 4 grundsätzlich 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Günstiger kann die amtsunabhängige Berechnung mit 65 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge aus der Endstufe A 4 zuzüglich 30,68 Euro sein. Die Norm enthält Ausschlüsse bei weniger als fünf einschlägigen Jahren oder bestimmten nicht berücksichtigten Zeiten sowie die bezeichnete dienstbedingte Ausnahme.
Beim Zusammentreffen mit Renten sind zusätzlich Absatz 5 und die einschlägigen Ruhensregeln zu beachten. Mindestversorgung bedeutet deshalb nicht automatisch einen bestimmten Nettobetrag für jeden Beamten. Besoldungsstand, Dienstherr, familiäre Merkmale und weitere Prüfungen gehören dazu. Historische Landesgrößen wie eine andere Mindestbesoldungsgruppe dürfen nicht in diese Bundesrechnung eingesetzt werden.
Dienstunfall und erhöhtes Unfallruhegehalt getrennt prüfen
Ein Dienstunfall setzt einen gesetzlichen Tatbestand und dessen Anerkennung voraus. § 31 BeamtVG beschreibt unter anderem das plötzlich eintretende, örtlich und zeitlich bestimmbare, auf äußerer Einwirkung beruhende Ereignis mit Körperschaden bei Dienstausübung. Die Norm enthält weitere erfasste Situationen und besondere Krankheitsfälle. Nicht jede Erkrankung während einer Dienstzeit oder jeder belastende Dienst ist automatisch ein anerkannter Dienstunfall.
Gewöhnliches Unfallruhegehalt nach § 36
§ 36 setzt voraus, dass die Person infolge des Dienstunfalls dienstunfähig geworden und deswegen in den Ruhestand versetzt worden ist. Für einen Ruhestand vor 60 wird der Dienstzeit nur die Hälfte der Zurechnungszeit nach § 13 Absatz 1 hinzugerechnet. Der nach § 14 Absatz 1 ermittelte Ruhegehaltssatz wird um 20 Prozentpunkte erhöht; die Bundes-Verwaltungsvorschrift verdeutlicht diese Rechenweise. Die Vorschrift nennt mindestens 66,67 und höchstens 75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge sowie eine weitere Mindestgrenze anhand von 75 Prozent der ruhegehaltfähigen Endstufe A 4 mit dem bezeichneten Verweis.
Der oben erläuterte DU-Abschlag nach § 14 Absatz 3 Nummer 3 betrifft die nicht auf Dienstunfall beruhende DU. Daraus folgt trotzdem keine pauschale Unfallpension in Euro. Auch hier müssen Basis, Zeiten und der passende Tatbestand festgestellt werden. Die normale Unfallversorgung ist ein eigener Rechenweg und darf nicht mit den zusätzlichen Voraussetzungen der erhöhten Unfallversorgung vermischt werden.
80 Prozent gehören zum qualifizierten §-37-Fall
§ 37 BeamtVG erfasst unter anderem eine besondere Lebensgefahr bei einer Diensthandlung, den dadurch verursachten Dienstunfall, die folgende DU und Ruhestandsversetzung sowie die im Tatbestand verlangte Erwerbsfähigkeitsminderung von mindestens 50 Prozent. Weitere Absätze betreffen bestimmte Angriffs- und Einsatzunfälle mit den bezeichneten Folgen. Ein anerkannter Dienstunfall allein beweist diese zusätzlichen Voraussetzungen noch nicht.
Nur in diesem qualifizierten Rahmen nennt die Norm 80 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe. Die Mindestgruppen A 6, A 9, A 12 und A 16 sind dort nach Laufbahngruppen zugeordnet. Diese Angaben sind keine allgemeine Unfallruhegehaltstabelle. Lassen Sie Anerkennung, Folgeschaden und den tatsächlich angewendeten Paragraphen schriftlich bestätigen, bevor Sie den entsprechenden Betrag in die Haushaltsplanung übernehmen.
Vorübergehende Erhöhung: Voraussetzungen, Antrag und Ende
Ein niedriger Ruhegehaltssatz kann beim Bund unter den Voraussetzungen des § 14a BeamtVG vorübergehend erhöht werden. Die Norm verlangt unter anderem eine bis zum Ruhestandsbeginn erfüllte Wartezeit von 60 Kalendermonaten in der gesetzlichen Rentenversicherung, den bezeichneten vorgezogenen DU-Ruhestand oder eine besondere Altersgrenze und einen Satz unter 66,97 Prozent. Das ist keine dauerhafte pauschale Erhöhung jedes niedrigen Ruhegehalts.
Für die Berechnung nennt die Vorschrift 0,95667 Prozent je zwölf anrechnungsfähige Pflichtbeitragsmonate vor dem Beamtenverhältnis. Bereits als ruhegehaltfähig berücksichtigte Pflichtzeiten sowie die dort ausdrücklich ausgeschlossenen Zeiten werden nicht nochmals genutzt. Jahre und Erhöhung sind nach den Normregeln zu runden; der erhöhte Satz darf 66,97 Prozent nicht übersteigen. Ein einschlägiger Abschlag bleibt anschließend zu beachten.
Die Erhöhung erfolgt auf Antrag. Wird er innerhalb von drei Monaten nach Eintritt in den Ruhestand gestellt, gilt er als zu dessen Beginn gestellt. Bei späterem Antrag wirkt die Erhöhung nach dieser Vorschrift ab Beginn des Antragsmonats. Sie endet spätestens mit Ablauf des Monats der Regelaltersgrenze, gegebenenfalls früher beim Beginn einer bezeichneten Versichertenrente oder beim Wegfall der DU nach den gesetzlichen Regeln.
Notieren Sie deshalb nicht nur einen zunächst höheren Monatsbetrag, sondern auch seinen möglichen Endtermin. Für die Phase danach müssen die neu hinzukommende Rente, ein geänderter öffentlicher Zahlbetrag und die weiteren Haushaltszuflüsse erneut zusammengeführt werden. Ein zeitlich begrenzter Zuschlag darf nicht als lebenslange Einnahme fortgeschrieben werden.
Ein vollständiges Beispiel zur zeitweisen Erhöhung
Das folgende eigene Bundes-Modell unterstellt ausdrücklich sämtliche Voraussetzungen des § 14a und genau 60 dafür anrechnungsfähige Pflichtbeitragsmonate vor dem Beamtenverhältnis. Diese Zeiten seien weder bereits ruhegehaltfähig genutzt noch anderweitig ausgeschlossen. Fünf mal 0,95667 ergeben 4,78335; gerundet beträgt die Erhöhung 4,78 Prozentpunkte. Aus einem frei angenommenen Ausgangssatz von 53,81 Prozent würden in diesem begrenzten Rechenschritt 58,59 Prozent. Ein einschlägiger Abschlag sowie alle weiteren Berechnungen bleiben anschließend zu prüfen.
Auch ein rechnerisch höherer Zuschlag darf die Grenze von 66,97 Prozent nicht überschreiten. Das Modell zeigt deshalb keine beliebig auffüllbare Versorgung bis zum allgemeinen Höchstruhegehaltssatz. Für einen angenommenen Ruhestandsbeginn am 1. November 2026 läge ein Antrag am 20. Dezember 2026 innerhalb der genannten Dreimonatsfrist und könnte nach der Antragsregel zum Ruhestandsbeginn wirken. Ein erst am 15. März 2027 gestellter Antrag würde nach dieser Regel dagegen ab Beginn des März wirken. Die Daten erläutern nur den zeitlichen Mechanismus und bestätigen keinen persönlichen Anspruch.
Tragen Sie in einer solchen Planung mindestens zwei Phasen ein: die bestätigte Zahlung mit vorübergehender Erhöhung und den nach ihrem Ende bestätigten Zahlbetrag einschließlich gegebenenfalls neuer Rente. Bleibt die spätere Zahlung unbekannt, bleibt auch die spätere Haushaltslücke offen. Der zunächst höhere Zufluss macht eine fehlende Anschlussauskunft nicht entbehrlich.
Familienzuschlag, Kindererziehung und weitere Bestandteile
Familienbezogene Beträge gehören nicht sämtlich in denselben Rechenschritt. Der Familienzuschlag Stufe 1 zählt unter den Voraussetzungen des § 5 zur Bezügebasis. Der kinderbezogene Unterschiedsbetrag nach § 50 wird nach den dort genannten Bedingungen und dem vorgesehenen Faktor neben dem Ruhegehalt gezahlt. Prüfen Sie, für welche Kinder und welchen Zeitraum der Anspruch besteht, statt einen heutigen Familienzuschlag unverändert für jede spätere Phase anzusetzen.
Ein Kindererziehungszuschlag nach § 50a ist wiederum ein eigener Tatbestand. Wichtig sind die Zuordnung der Erziehungszeit, ihre Dauer, eine mögliche entsprechende gesetzliche Rentenabsicherung und die normierten Höchstgrenzen. Nicht jede Elternzeit ist volle Dienstzeit, und nicht jede Erziehung führt ohne weitere Prüfung zu einem zusätzlichen Betrag neben jeder Mindestversorgung.
Für Pflege- oder ergänzende Zuschläge können weitere Voraussetzungen gelten. Lassen Sie solche Positionen gesondert in der Auskunft ausweisen: Rechtsgrundlage, zugeordneter Zeitraum, monatlicher Betrag und mögliche Befristung. Ein bereits in der bestätigten Gesamtversorgung enthaltener Familien- oder Erziehungsbestandteil wird in der Haushaltsrechnung nicht erneut als weiterer Zufluss addiert.
Weitere Einnahmen, Renten und Scheidung: den tatsächlichen Zahlbetrag nutzen
Ruhegehalt und weitere Einkommen lassen sich nicht immer ungekürzt addieren. Beim Bund kann § 53 BeamtVG beim Zusammentreffen mit Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen eine Ruhensprüfung auslösen. Die maßgeblichen Grenzen unterscheiden sich nach Tatbestand und Phase; nach Erreichen der Regelaltersgrenze enthält die Vorschrift eine besondere Begrenzung auf bezeichnetes Verwendungseinkommen. Ein Nebenerwerb ist deshalb vor seiner Verwendung als dauerhaft vollständig verfügbarer Zusatzbetrag zu klären.
§ 55 betrifft bestimmte Renten, etwa aus gesetzlicher Rentenversicherung oder der bezeichneten zusätzlichen Versorgung des öffentlichen Dienstes, und enthält Höchstgrenzen sowie Ausnahmen. Dazu können besondere freiwillig finanzierte Rentenanteile oder bestimmte Hinterbliebenenrenten gehören. Nicht jede private BU- oder DU-Rente ist allein wegen ihres Namens eine dort anzurechnende gesetzliche Rente. Die zuständige Stelle muss den einschlägigen Tatbestand für die konkrete Leistung prüfen.
Übernehmen Sie in die Haushaltsrechnung die bestätigten Zahlbeträge nach der jeweiligen Anrechnungs- beziehungsweise Ruhensprüfung. Wurde eine Einnahme bereits bei der öffentlichen Gesamtversorgung berücksichtigt, prüfen Sie genau, wie sie daneben einzutragen ist. Die volle Ausgangspension plus ungeprüfte volle Zusatzrente würde sonst eine nicht bestätigte Gesamtzahlung suggerieren.
Nach einer Scheidung kann ein Versorgungsausgleich den Zahlbetrag zusätzlich beeinflussen. § 57 BeamtVG betrifft gerichtlich übertragene oder begründete Anrechte und enthält Berechnungs-, Anpassungs- und Altfälle. Aus dem Familienstand allein lässt sich deshalb kein neuer Nettobetrag schätzen. Fordern Sie eine Auskunft an, die die einschlägige Kürzung und den aktuellen Zahlbetrag bereits berücksichtigt.
Eine bestehende gesicherte private Zahlung zählt für den Haushalt genau einmal: entweder innerhalb eines bereits bestätigten Gesamtzuflusses oder als weitere Einnahme. Die erst gewünschte neue Versicherungsrente ist dagegen noch kein vorhandener Zufluss. Rücklagen sind ebenfalls kein unbegrenztes Monatseinkommen; wenn Sie sie einplanen, müssen Höhe, Entnahmedauer und spätere Anschlussphase feststehen.
Übergangsrecht und besondere frühere Zeiten brauchen eine eigene Prüfung
Bei älteren Beamtenverhältnissen kann eine Vergleichs- oder Übergangsberechnung relevant sein. Ein amtliches NRW-Merkblatt mit Stand August 2018 erläutert beispielsweise Mischrecht für bezeichnete Bestandsverhältnisse sowie Besonderheiten bei Ausbildung, Beitrittsgebietszeiten und Zurechnung. Das ist ein datiertes Landesbeispiel, keine Rechtsstandsbestätigung für Ihren heutigen Bundes- oder Landesanspruch.
Fragen Sie bei einem entsprechenden Lebenslauf gezielt nach der heute geltenden Übergangsvorschrift und einem gegebenenfalls günstigeren Vergleich. Geben Sie frühere Beschäftigung im Beitrittsgebiet, wissenschaftliche oder künstlerische Vortätigkeiten, frühere Abfindungen und Nachversicherungen vollständig an. Die Anerkennung hängt am konkreten Sachverhalt und Rechtskreis. Historische Prozentsätze oder Faktoren aus einem alten Merkblatt werden nicht einfach in die aktuelle Bundes-Tabelle übernommen.
Wissenschaftliche und förderliche Vortätigkeit: zwei Bundesregeln unterscheiden
§ 11 Nr. 3 Buchstabe a BeamtVG erfasst vor der Berufung erworbene besondere Fachkenntnisse auf wissenschaftlichem, künstlerischem, technischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Sie müssen notwendige Voraussetzung für die Wahrnehmung des konkreten Amtes sein. Die Zeit kann berücksichtigt werden; sie zählt nicht automatisch. Für diese Fallgruppe gilt höchstens die Hälfte der Zeit, in der Regel nicht über zehn Jahre hinaus. Ein beliebiges früheres Studium oder eine lediglich allgemein nützliche Berufserfahrung erfüllt diesen Tatbestand nicht schon für sich.
Für die ausdrücklich in § 67 Abs. 1 bezeichneten Hochschulbeamtengruppen enthält Absatz 2 besondere Regeln. Dazu gehören die Zugehörigkeit zum Hochschullehrkörper nach der Habilitation und die benötigte Promotionsvorbereitung bis zu zwei Jahren. Für Habilitationsleistungen kann die vorgeschriebene Mindestzeit berücksichtigt werden; fehlt eine vorgeschriebene Mindestdauer, sind bis zu drei Jahre berücksichtigungsfähig. Das ist keine allgemeine Hochschulregel für sämtliche Bundesbeamte.
Bei der dort bezeichneten hauptberuflichen Vortätigkeit nach dem Hochschulabschluss und vor der Ernennung müssen die erworbenen Fachkenntnisse für das Amt förderlich sein. Im ausdrücklich verwiesenen Hochschulrahmengesetz-Fall soll die Zeit berücksichtigt werden; im Übrigen kann sie bis zu fünf Jahre voll, darüber hinaus zur Hälfte angesetzt werden, insgesamt in der Regel höchstens zehn Jahre. Teilzeit bleibt anteilig. Über die in § 67 Abs. 3 genannten Zeiten ist für diesen Personenkreis auf Antrag vorab zu entscheiden, vorbehaltlich unveränderter Sach- und Rechtslage. Fragen Sie deshalb nach einem konkreten Anerkennungsbescheid statt pauschal weitere Studienjahre zu addieren.
Vom Brutto zur vergleichbaren Nettobasis
Ruhegehalt gehört nach § 19 EStG zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Für Versorgungsbezüge enthält die Norm einen vom Versorgungsbeginn abhängigen Freibetrag und Zuschlag mit weiteren Voraussetzungen. Ein bestimmter Prozentsatz des Ruhegehalts ist deshalb nicht für jede Person automatisch das verfügbare Netto. Auch der Abzug auf einer Monatsabrechnung und die endgültige Jahressteuer sind verschiedene Größen.
Für eine Steuerschätzung können Steuerklasse beziehungsweise Faktor, maßgebliche Kindermerkmale, Kirchensteuer und abzugsfähige Beiträge relevant sein. Der Haushaltsrechner weiter unten berechnet diese Steuern nicht. Verwenden Sie einen bestätigten oder ausdrücklich als Schätzung bezeichneten Betrag und notieren Sie, ob Kranken- und Pflegebeiträge darin bereits abgezogen sind.
| Klasse | Grundgedanke und wichtige Grenze |
|---|---|
| I | Insbesondere ledige Personen sowie weitere Fälle ohne die Voraussetzungen von III oder IV; die Norm erfasst auch beschränkt Steuerpflichtige. |
| II | Bezeichnete Fälle mit zu berücksichtigendem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende; nicht automatisch jede getrennt lebende Person. |
| III | Unter anderem auf gemeinsamen Antrag bei erfüllten Ehegattenvoraussetzungen mit V beim Partner; zusätzlich gesetzliche Verwitwungs- und weitere Sonderfälle. |
| IV | Bezeichnete verheiratete, nicht dauernd getrennt lebende und unbeschränkt steuerpflichtige Personen; nicht auf gleich hohe Einkommen beschränkt. |
| V | Verknüpft mit dem gemeinsamen Antrag auf III für den anderen Ehegatten unter den gesetzlichen Voraussetzungen. |
| VI | Für den Lohnsteuerabzug aus einem zweiten oder weiteren nebeneinander bestehenden Dienstverhältnis sowie bezeichnete weitere Fälle. |
IV mit Faktor ist nach § 39f ein beantragter Weg des Lohnsteuerabzugs anstelle der Kombination III/V. Die Wahl ersetzt keine abschließende Jahressteuerberechnung. Auch Elterngeld begründet nicht automatisch Steuerklasse III. Lassen Sie die persönlichen Voraussetzungen und den passenden Abzugsstand prüfen, statt aus einem fremden Rechner eine Steuerklassenempfehlung abzuleiten.
Bei einem Versorgungsbeginn in einem anderen Jahr können andere Freibetragsgrößen gelten. Weitere Einnahmen oder spätere Änderungen des Bezugs können die Steuerrechnung ebenfalls beeinflussen. Bewahren Sie deshalb zur Nettoschätzung nicht nur das Ergebnis, sondern auch Bezugsbeginn, Stichtag und Annahmen auf. Eine feste Nettoquote aus einem Werbebeispiel ist dafür ungeeignet.
Ein Haushalt, zwei gleichwertige Netto-Rechnungen
Die folgenden Beträge sind frei erfundene Monatswerte. Sie stammen aus keiner Versorgungsauskunft und sind keiner Besoldungsgruppe zugeordnet. Der Haushalt benötigt im Hauptmodell A 2.800 Euro, darin 300 Euro noch zu zahlende Kranken- und Pflegebeiträge. Die angenommene Versorgung beträgt 2.200 Euro nach Steuern, bevor diese Beiträge bezahlt sind. Weitere gesicherte Einnahmen bestehen im Modell nicht.
Damit lautet Rechnung A: 2.800 − 2.200 = 600 Euro Haushaltslücke. Im Kontrollmodell B entfernen Sie dieselben 300 Euro auf beiden Seiten. Dann stehen 2.500 Euro Bedarf ohne KV/PV einer Versorgung von 1.900 Euro nach Steuern und nach KV/PV gegenüber. Auch Rechnung B ergibt 2.500 − 1.900 = 600 Euro. Haushalt, Monat und Krankenversicherungsbetrag sind in beiden Rechnungen identisch.
| Modell | Monatlicher Bedarf | Bestätigter Zufluss im angenommenen Modell | Lücke |
|---|---|---|---|
| A: KV/PV im Bedarf | 2.800 Euro einschließlich 300 Euro KV/PV | 2.200 Euro nach Steuern, vor KV/PV | 600 Euro |
| B: KV/PV bereits vom Zufluss abgezogen | 2.500 Euro ohne KV/PV | 1.900 Euro nach Steuern und KV/PV | 600 Euro |
Die Kombination 2.800 minus 1.900 wäre falsch, weil dieselben 300 Euro dann zweimal belasten: einmal im Bedarf und einmal durch den schon verminderten Zufluss. Ein Vergleich von 3.400 Euro früherem Einkommen mit 1.900 Euro späterem verfügbaren Einkommen ergibt dagegen 1.500 Euro Einkommensdifferenz. Er belegt keine Haushaltslücke in dieser Höhe. Dafür fehlen die künftigen Ausgaben.
Für Bundes-Versorgungsempfänger beträgt der Beihilfebemessungssatz nach § 46 BBhV grundsätzlich 70 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen, mit den gesetzlichen Abgrenzungen. Das bedeutet weder 70 Prozent Erstattung sämtlicher Kosten noch einen feststehenden PKV-Beitrag. Klären Sie den tatsächlich selbst zu tragenden Kranken- und Pflegebeitrag für den betrachteten Status und Monat. Erst dieser konkrete Betrag gehört in Modell A oder B.

Die Haushaltslücke mit bestätigten Werten berechnen
Der erhaltene Haushaltsrechner vergleicht ausschließlich Ihre Geldbeträge. Status, Dienstherr und Ursache dienen als Notiz für die Auskunft und verändern keinen berechneten Ruhegehaltsanspruch. Der Rechner ermittelt weder den amtlichen Anspruch noch Steuern, Beihilfe oder eine persönliche Versicherungsleistung. Wählen Sie zuerst eine einheitliche Phase und die dazu passende Nettobasis.
Im Hauptmodell tragen Sie den Bedarf einschließlich noch zu zahlender KV/PV und die Versorgung nach Steuern vor diesen Beiträgen ein. Sind Beiträge bereits abgezogen, lassen Sie sie auch auf der Bedarfsseite weg. Eine bestehende private Zahlung darf nur einmal in Versorgung oder weiteren Einnahmen enthalten sein. Eine neu gewünschte Rente gehört noch nicht dazu. Die zusätzliche Reserve kann null sein und darf keinen bereits enthaltenen Ausgabenposten wiederholen.
Versorgungslücke ohne Scheingenauigkeit berechnen
Vergleichen Sie Ihren Haushaltsbedarf mit bestätigten Einnahmen für denselben Monat. Verwenden Sie vergleichbare Nettowerte; der Rechner ermittelt keinen staatlichen Anspruch.
Das persönliche Ergebnis bleibt offen, bis alle Beträge gültig und bestätigt sind. Ein unbekannter Versorgungswert ist keine Null. Tragen Sie 0 nur ein, wenn tatsächlich keine entsprechende Einnahme oder zusätzliche Reserve besteht.
Haushaltsmodell, keine amtliche Versorgungsauskunft oder Empfehlung einer Versicherungsrente. Verwenden Sie Hauptmodell A: Bedarf inklusive noch zu zahlender Kranken- und Pflegebeiträge und Einnahmen nach Steuern vor diesen Beiträgen. Wenn Sie stattdessen Modell B mit bereits abgezogenen Beiträgen verwenden, entfernen Sie dieselben Beiträge auch aus dem Bedarf. Ihre Einordnung als Beamter auf Lebenszeit beim Bund mit ungeklärter Ursache ist eine Notiz für die zuständige Stelle und ändert die Rechnung nicht.
Unbekannte Pflichtbeträge bleiben leer; dann wird keine persönliche Lücke ausgegeben. Bestätigte null Euro sind zulässig. Ungültige oder negative Eingaben werden nicht still durch null ersetzt. Für die amtliche Versorgungsrechnung benötigen Sie darüber hinaus Besoldungsgruppe, Stufe und Stichtag, Dienstbeginn und Vordienstzeiten sowie genaue Teilzeit- und Ausfallzeiträume. Die wenigen Auswahlfelder dieses Haushaltswerkzeugs ersetzen diese Angaben ausdrücklich nicht.
Von der Haushaltslücke zur passenden privaten Absicherung
Wenn Sie den eigenen DU-Bedarf aus der Nettolücke bestimmen, ist die monatliche Restlücke ein Ausgangspunkt. Prüfen Sie danach Rücklagen, gewünschte Rentenhöhe, Versicherungs- und Leistungsdauer, Dynamik, mögliche Karenzzeiten und die finanziellen Annahmegrenzen. Ein Versicherer muss einen bestimmten Rentenwunsch nicht allein deshalb annehmen, weil ein Haushaltsrechner ihn als Differenz ausgibt.
Die private Leistung braucht außerdem einen erfüllten vertraglichen Auslöser. Prüfen Sie, ob die Klausel an die erfasste Dienstherrnentscheidung bindet, zu Ihrem Status und Ihrer Laufbahn passt, Entlassung und Ruhestand richtig erfasst und spätere Nachprüfung regelt. Allgemeine, spezielle und begrenzte Dienstfähigkeit sind unterschiedliche Fragen. Ein Etikett wie echt oder vollständig garantiert weder jeden Statusfall noch unbegrenzte Zahlung.
Die DU-Klausel und BU-Prüfung im Vertrag trennt diese Leistungswege im Detail. § 172 VVG enthält keine allgemeine gesetzliche 50-Prozent- oder Sechsmonatsgrenze; die konkrete BU-Definition steht in den Bedingungen. Auch ohne passenden Teil-DU-Baustein kann ein eigenständiger BU-Weg zu prüfen sein. Umgekehrt sind Einkommensrückgang und behördliche Verfügung nicht automatisch dasselbe wie eine erfüllte private Versicherungsdefinition.
Eine vorhandene BU wird deshalb vor einer Ergänzung oder einem Ersatz geprüft. Berufsangabe, Klausel, Rente, Laufzeiten und mögliche Änderungsoptionen gehören nebeneinander. Neue Anträge können eine neue Gesundheits- beziehungsweise Annahmeprüfung auslösen. Kündigen Sie bestehenden Schutz erst nach verbindlicher Annahme und tatsächlichem Beginn eines passenden Ersatzes. Eine unverbindliche Vergleichsberechnung ist noch kein neuer Vertrag.
Vergleichen Sie anschließend die Kosten einer Dienstunfähigkeitsversicherung mit identischem Profil, gleicher Rente und gleichen Laufzeiten. Heute niedrige Startbeiträge und spätere Stufen müssen zusammen betrachtet werden. Die dortigen datierten Kostenprofile sind keine Ersatzwerte für die frei gesetzten Haushaltsmodelle dieses Artikels.
Spätere Phasen getrennt aktualisieren
Eine heute bestätigte Lücke muss nicht unverändert bleiben. Eine vorübergehende Erhöhung kann enden, eine gesetzliche Rente beginnen, ein Kredit auslaufen oder eine private Zahlung ihr Endalter erreichen. Auch KV/PV, familiäre Ausgaben und Bezüge können sich ändern. Öffentliche Versorgungsanpassungen folgen dem geltenden Recht und Bescheid; sie sind nicht mit einer privat vereinbarten garantierten Leistungsdynamik gleichzusetzen.
Erstellen Sie für jeden bedeutenden Wechsel eine neue Zeile mit Beginn, Bedarf und bestätigten Zuflüssen. Eine zusätzliche Reserve ist von bereits eingeplanten Rücklagen zu unterscheiden. Prüfen Sie, ob die private Leistung die jeweilige Phase nach Höhe und Dauer tatsächlich erreicht. Ein hoher Anfangsschutz hilft für einen späteren Zeitraum nur, wenn sein vereinbarter Verlauf dazu passt.
Welche Unterlagen eine belastbare Versorgungsauskunft braucht
Fordern Sie eine schriftliche Versorgungsauskunft mit Stichtag und ausdrücklich benannten Annahmen an. Sie bildet die öffentliche Seite Ihrer Planung. Das Haushaltsmodell ergänzt Ihre Ausgaben und gesicherten weiteren Zuflüsse; es ersetzt weder die amtliche Auskunft noch eine individuelle Steuerberechnung. Bleibt ein Anspruch offen, klären Sie die fehlende Angabe nach und kennzeichnen Sie vorläufige Szenarien sichtbar.
- Status und Szenario: Dienstherr, Ernennungsdaten, Laufbahn, angenommener Beginn und Ursache; maßgebliche Verfügung und Anerkennung, soweit vorhanden.
- Bezüge und Zeiten: Besoldungsgruppe, Stufe, Stichtag, volle ruhegehaltfähige Basis, Dienstbeginn, Vordienstzeiten, Teilzeitabschnitte, Beurlaubung und Zurechnung.
- Weitere gesetzliche Prüfungen: Abschlag, Mindestversorgung, mögliche Erhöhung, Familienbestandteile, Renten, Anrechnungen und gegebenenfalls Versorgungsausgleich.
- Steuern und Gesundheitsbeiträge: voraussichtliche Abzüge und genaue Kennzeichnung, ob KV/PV bereits abgezogen sind oder noch im Bedarf stehen.
- Haushalt: weiterlaufende Finanzierung und Lebenshaltung, entfallende Ausgaben sowie mögliche zusätzliche Gesundheitskosten im betrachteten Monat.
- Andere Zuflüsse und Reserve: bestätigte bestehende private Zahlung, sonstige Einnahmen mit Beginn und Dauer, Rücklagen und wirklich zusätzliche Reserve; keine doppelte Berücksichtigung.
Bei einer Nachversicherung erhalten Sie nach § 185 Absatz 3 SGB VI eine Bescheinigung des früheren Arbeitgebers über Zeitraum und beitragspflichtige Einnahmen je Kalenderjahr. Der Rentenversicherungsträger teilt nach Absatz 4 die gespeicherten Kontodaten mit. Gleichen Sie beides mit Ihren Unterlagen ab und lassen Sie Abweichungen klären. Die Bescheinigung allein bestätigt noch keine sofortige Erwerbsminderungsrente.
Das Verfahren bei möglicher Dienstunfähigkeit hilft, ärztliche Grundlage, Prüfung anderer Verwendung und tatsächliche Dienstentscheidung zeitlich zuzuordnen. Für den privaten Leistungsantrag werden wiederum die Unterlagen Ihres Versicherers benötigt. Bewahren Sie Behördenauskunft, angenommene Vertragsfassung und Haushaltsrechnung getrennt, aber mit demselben Szenariodatum auf.
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Weitere Fragen für die laufende Planung
Wie berücksichtige ich jährliche Ausgaben im Monatsbudget?
Verteilen Sie eine jährlich erwartete Ausgabe für den Budgetvergleich auf zwölf Monate, sofern sie nicht schon in einem anderen Posten enthalten ist. Halten Sie den tatsächlichen Zahlungstermin zusätzlich fest, damit die Liquidität für den betreffenden Monat vorhanden ist. Diese eigene Budgetmethode verändert keinen staatlichen Anspruch.
Wie gehe ich mit mehreren noch offenen Behördenvarianten um?
Legen Sie getrennte, ausdrücklich vorläufige Szenarien an, statt einen Mittelwert als bestätigte Versorgung einzutragen. Verwenden Sie je Variante dieselben nachvollziehbaren Ausgabenannahmen und kennzeichnen Sie die ungeklärten Zuflüsse. Erst die passende Entscheidung beziehungsweise Auskunft erlaubt, eine Variante als persönliche Grundlage zu behandeln.
Ist eine einmalige Nachzahlung dauerhaftes Monatseinkommen?
Nein. Trennen Sie den einmaligen Zufluss vom künftig laufenden Betrag. Er kann für Ihre Liquiditäts- oder Rücklagenplanung relevant sein, bestätigt aber keine entsprechend hohe monatliche Dauerzahlung. Prüfen Sie außerdem den Zeitraum, für den die Nachzahlung geleistet wurde, und mögliche damit zusammenhängende Korrekturen.
Welche Fassung meiner Haushaltsrechnung sollte ich aufbewahren?
Speichern Sie Datum, betrachtete Phase, Eingabewerte und Belege zusammen mit dem Ergebnis. Kennzeichnen Sie nachträgliche Änderungen als neue Fassung. So lässt sich später nachvollziehen, ob eine andere Lücke aus geänderten Ausgaben, neuen Zuflüssen oder einer korrigierten Auskunft entsteht. Die Dokumentation ist eine eigene Planungshilfe.